Historie der Baugenossenschaft Winnenden eG

1948–2018

1948 bis in die 50er-Jahre

Stunde Null in Winnenden

Gleich nach dem zweiten Weltkrieg war in ganz Deutschland eine ungeheure Wohnungsnot. Schon in der Vorkriegszeit reichte die Wohnungsbautätigkeit nicht aus, um die Bevölkerung mit ausreichend Wohnraum zu versorgen.
Umso dramatischer waren die Auswirkungen des Krieges auf die Wohnsituation. In vielen Städten waren nicht nur für das Leben notwendige lnfrastruktureinrichtungen, sondern vor allem der Wohnungsbestand zu einem erheblichen Teil zerstört oder beschädigt.

Im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg waren von den 1939 vorhandenen knapp 1,5 Mio. Wohnungen mehr als 220.000 Wohnungen entweder total zerstört oder unbewohnbar. Zudem war der Wohnungsbe-stand größtenteils instandsetzungs- und modernisierungsbedürftig. So mussten in den ersten Nachkriegs-jahren nicht nur die Kriegsschäden behoben werden, sondern auch Millionen heimatvertriebene Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht werden.

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Gründung der Genossenschaft

Die Geburtsstunde der „Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft eGmbH Winnenden“ (GWG)

Am 4. August 1948 haben sich 52 Personen im Nebenzimmer des Gasthauses „Krone“ in Winnenden eingefunden, um über die Gründung einer eingetragenen Wohnungsbaugenossenschaft zu verhandeln. Eröffnet wurde die Versammlung von dem Grün-dungsmitglied und damaligen Bürgermeister von Winnenden Hermann Schwab.

Am 20. August 1948 wurde zu einer öffentlichen Werbeversammlung im Gasthaus „Hirsch“ für die neu gegründete Wohnungs-baugenossenschaft mit dem Aufruf geworben: „Kampf der Wohnungsnot! – Die Wohnungsnot in unserer Stadt hat einen katastrophalen Umfang angenommen. Wirksame Abhilfe ist nur möglich durch Schaffung neuer Wohnräume.“

 

Im Anschluss an die Werbeveranstaltung wurde die erste Generalversammlung abgehalten. Von den bis dahin beigetretenen 55 Mitgliedern haben die 53 anwesenden Mitglieder die Herren Ingenieur Wilhelm Feßmann, Kaufmann Ernst Kienzle, Kinobesitzer Eugen Kienle, Zimmermeister Paul Wörner, Fabrikant Jakob Haller und Kaufmann Walter Bäuerle in den Aufsichtsrat der Wohnungsbaugenossenschaft gewählt. Am gleichen Tag noch wählte der Aufsichtsrat die Herren Bankvorstand Ferdinand Luckert und Bürgermeister Hermann Schwab zu Vorstandsmitgliedern der „Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft eGmbH, Winnenden“.

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Firmenphilosophie

„Lebenslanges Wohnen bei der BGW“

Die Genossenschaftsidee ist ein allen Interessenten offenstehendes, überkonfessionelles Modell der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung auf Grundlage von Kooperationen. Die „Väter“ der Genossenschaftsidee, Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, gründeten Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten genossenschaftlichen Organisationen moderner Prägung in Deutschland. Mitglieder werden durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu Miteigentümern. Die Genossenschaftsidee wurde schnell von weiteren Akteuren aufgegriffen, erfasste bald große gesell-schaftliche Kreise und fand ihre Anwendung in verschiedensten Lebensbereichen wie Arbeit, Finanzen, Ernährung oder Wohnen. Die Genossenschaftsidee findet sich heute regional und weltweit in nahezu jeder Branche wieder: z. B. in Genossenschaftsbanken, Landwirtschafts- und Handwerkergenossenschaften, Wohnungsbau- und Konsumgenossenschaften bis hin zu Dienstleistungs- und Energiegenossenschaften. In Deutschland haben Genossenschaften heute mehr als 21 Millionen Mitglieder. Weltweit gibt es 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern.

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H. Schulze-Delitzsch | F. H. Raiffeisen

Die Baugenossenschaft Winnenden eG (BGW) ist seit 70 Jahren in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft tätig. Ihr Ziel sieht die BGW vorrangig darin, ihren Mitgliedern ein gutes, sicheres und sozial verantwortbares Wohnungsangebot zu bieten. Aufgrund dieser mitgliederorientierten und sozialpolitischen Verpflichtung ist die BGW nicht ausschließlich gewinnorientiert. Bei unserem Bestand von knapp 450 Mietwohnungen haben wir unser Hauptaugenmerk, neben der energetischen Sanierung zur Senkung der Nebenkosten, auf den Abbau von Barrieren gelegt. Somit können unsere Mitglieder ein möglichst selbständiges, selbstbestimmtes und zufriedenstellendes Leben bis ins hohe Alter in einer Wohnung der BGW verbringen, getreu dem Motto:

„Lebenslanges Wohnen bei der BGW“

Die 70-jährige Tradition des genossenschaftlichen Wohnens hat sich bei der BGW bewährt. Solidarität, Fairness und Menschlichkeit sind gewachsene Werte unserer Gesellschaft, die uns in unserer täglichen Arbeit prägen und leiten. Nicht umsonst gilt die BGW schließlich als eindrucksvoller Beleg dafür, dass soziale Gesinnung und wirtschaftlicher Erfolg sich nicht ausschließen.

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Die 1960er- und 70er-Jahre

Der Bauboom

Bis 1968 wuchs die Zahl der Mitglieder auf 1.058 und die Bauleistung auf rund 1.500 Wohnungen in diesem Jahrzehnt. Diese Bauleistung war riesig, nie mehr konnte ein solches Volumen erreicht werden. Die Bilanz zum 31.12.1968 wies als Eigenkapital 1.378.892 DM aus und die Bilanzsumme hatte den stolzen Betrag von 26.255.977 DM erreicht. Allein im Baugebiet Schelmenholz entstanden durch die GWG 130 Mietwohnungen und durch die Kreisbaugesellschaft Waiblingen rund 70 Mietwohnungen. Diese Bauvorhaben zählten damals zu den beliebtesten Wohnsiedlungen.

1978 war das dreißigste Jahr der Baugenossenschaft. In diesem Jahr wuchs die Zahl der Mitglieder auf 1.322 und die Bauleistung betrug rund 650 Wohnungen in dem Jahrzehnt. Die Bilanz zum 31.12.1978 wies ein Eigenka-pital von 2.685.244,06 DM aus und die Bilanz hatte eine Bilanzsumme von 23.647.270,50 DM. In diesem Jahrzehnt war der Schwerpunkt der Bautätigkeit überwiegend im Schelmenholz. So entstand eine große Zahl an Miet- und Eigentumswohnungen im Körnle, Steinhäusle und im Burgeräcker. In der Forststraße und in der Kastanienstraße wurden ebenfalls etliche Reihenhäuser erstellt. In Birkmannsweiler wurde mit dem Wohnpark Bildstraße begonnen. Weitere Eigentumswohnungen wurden in Höfen, der Hauffstraße und in der Stöckachstraße gebaut.

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Bürogebeude GWG Winnenden (Seehalde 8, Baujahr 1966)

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Burgeräcker 1-3 (Baujahr 1974)

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Luftaufnahme vom Schelmenholz

Die 1980er und -90er Jahre

Schwierige Zeiten und die Trendwende

Die 80er Jahre waren ein Jahrzehnt der Konsolidierung. Eine rückgängige Bilanzsumme von 18.725.462,17  DM, die verringerte Bauleistung auf 250 Wohnungen und eine rückläufige Mitgliederzahl auf 1.186 ist festzustellen. Dagegen gibt es eine sehr erfreuliche Entwicklung, nämlich die Steigerung des Eigenkapitals auf 5,5 Mio. DM. Mit ausschlaggebend für diese wesentliche Steigerung des Eigenkapitals war der Entschluss von Aufsichtsrat und Vorstand, vielen unseren Mitgliedern die Bildung von Eigentum in breiter Hand zu ermöglichen. Dazu dienten 40 umgewandelte Mietwohnungen im Schelmenholz, die innerhalb kurzer Zeit zum großen Teil von den bisherigen Mietern dann auch erworben wurden.

Seit 1991 ist die Baugenossenschaft nicht mehr gemeinnützig. So war es erforderlich, uns auf neue Tatbestände einzustellen. Die erste Änderung erfuhren wir im Namen. Bisher war die Gemeinnützigkeit in unserem Firmennamen enthalten, diese fiel weg und so entstand der Name BGW Baugenossenschaft Winnenden eG.

In den 90er Jahren stiegen die Mitgliederzahlen wieder auf 1.560 Mitglieder an. Es wurden erstmalig seit den 70er Jahren wieder verstärkt Mietwohnungen gebaut. Gesetzliche Erleichterungen ermöglichten den Ausbau von Dachgeschossen zu Wohnungen im Schelmenholz und in der Innenstadt. Mit dem Bau der 95 betreuten Seniorenwohnungen im Körnle 6 stehen den älter werdenden Mitgliedern der BGW erstmals Wohnungen zur Verfügung, die ein komfortables Wohnen im Alter ermöglichen.

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Die 2000er-Jahre

Die BGW orientiert sich neu

Die 80er Jahre waren ein Jahrzehnt der Konsolidierung. Eine rückgängige Bilanzsumme von 18.725.462,17  DM, die verringerte Bauleistung auf 250 Wohnungen und eine rückläufige Mitgliederzahl auf 1.186 ist festzustellen. Dagegen gibt es eine sehr erfreuliche Entwicklung, nämlich die Steigerung des Eigenkapitals auf 5,5 Mio. DM. Mit ausschlaggebend für diese wesentliche Steigerung des Eigenkapitals war der Entschluss von Aufsichtsrat und Vorstand, vielen unseren Mitgliedern die Bildung von Eigentum in breiter Hand zu ermöglichen. Dazu dienten 40 umgewandelte Mietwohnungen im Schelmenholz, die innerhalb kurzer Zeit zum großen Teil von den bisherigen Mietern dann auch erworben wurden.

Seit 1991 ist die Baugenossenschaft nicht mehr gemeinnützig. So war es erforderlich, uns auf neue Tatbestände einzustellen. Die erste Änderung erfuhren wir im Namen. Bisher war die Gemeinnützigkeit in unserem Firmennamen enthalten, diese fiel weg und so entstand der Name BGW Baugenossenschaft Winnenden eG.

In den 90er Jahren stiegen die Mitgliederzahlen wieder auf 1.560 Mitglieder an. Es wurden erstmalig seit den 70er Jahren wieder verstärkt Mietwohnungen gebaut. Gesetzliche Erleichterungen ermöglichten den Ausbau von Dachgeschossen zu Wohnungen im Schelmenholz und in der Innenstadt. Mit dem Bau der 95 betreuten Seniorenwohnungen im Körnle 6 stehen den älter werdenden Mitgliedern der BGW erstmals Wohnungen zur Verfügung, die ein komfortables Wohnen im Alter ermöglichen.

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